Einordnung

Zu wel­cher Krank­heits­gruppe gehö­ren Abszesse?

Der Abszess gehört zu den bak­te­ri­el­len Infek­tio­nen. Es han­delt sich in nahezu allen Fäl­len um das Bak­te­rium Sta­phy­lo­coc­cus, wel­ches einen Abszess aus­löst.
Jeder Mensch hat auf sei­ner Haut eine bestimmte Anzahl von Bak­te­rien, die keine Gefahr für die Gesund­heit dar­stel­len. Kön­nen diese Bak­te­rien jedoch ins Gewebe vor­drin­gen, bei­spiels­weise durch eine Ver­let­zung, kann ein Abszess ent­ste­hen und eine Ent­zün­dung des umlie­gen­den Gewe­bes ver­ur­sa­chen. Bak­te­ri­elle Infek­tio­nen las­sen sich in vie­len Fäl­len anti­bio­tisch behan­deln, da es sich bei dem Abszess jedoch um eine Eiter­an­samm­lung han­delt, ist es oft­mals not­wen­dig die­sen mit­tels eines Skal­pell­schnitts zu eröff­nen. In der Regel blei­ben nach einer Abszess­er­öff­nung nur gering­fü­gige Nar­ben zurück, der Ein­griff selbst kann unter loka­ler Betäu­bung aus­ge­führt wer­den und führt meist eine sofor­tige Erleich­te­rung herbei.

Bak­te­ri­elle Infek­tio­nen kön­nen jeden treffen.

Eine bak­te­ri­elle Infek­tion der Haut, wie bei­spiels­weise ein Abszess kann bei jeder Per­son auf­tre­ten, unab­hän­gig von Alter, Geschlecht und Gesund­heits­sta­tus. Es gibt jedoch einige Grund­er­kran­kun­gen, die für die Ent­wick­lung eines Abszes­ses begüns­ti­gend sein kön­nen, hierzu gehört bei­spiels­weise Dia­be­tes Mel­li­tus. Sehr häu­fig ent­ste­hen Abszesse zudem im Bereich von Schweiß– und Talg­drü­sen, ins­be­son­dere wenn die Kör­per­hy­giene nicht aus­rei­chend wahr genom­men wird. Als begüns­ti­gen­der Fak­tor wird auch die Ent­fer­nung der Kör­per­be­haa­rung mit­tels Rasur gewer­tet, denn oft­mals ent­ste­hen kleine Ver­let­zun­gen durch die Rasur, die dann für die Bak­te­rien den Weg ins Gewebe öffnen. Um das Risiko einer Abszess­bil­dung durch die Rasur zu ver­rin­gern sollte die Ent­fer­nung der Kör­per­haare immer nur in Haar­wuchs­rich­tung vor­ge­nom­men wer­den, da dadurch das Ver­let­zungs­ri­siko mini­miert wird.

Die Gefähr­lich­keit des Abszes­ses ist abhän­gig von der Körperstelle.

Ein Abszess heilt bei ent­spre­chen­der Behand­lung in der Regel inner­halb von weni­gen Wochen ab. Es kann jedoch auch zu Kom­pli­ka­tio­nen kom­men, wenn der Abszess nicht behan­delt wird oder wenn er an einer ris­kan­ten Kör­per­stelle auf­tritt. Zu den gefähr­li­chen Kör­per­stel­len gehört der gesamte Kopf­be­reich, da das Risiko besteht, dass der Eiter ins Gehirn wan­dern kann und dort zu einer Hirn­haut­ent­zün­dung führt. Bei gro­ßen Abszes­sen im Gesicht wird unter Umstän­den intra­ve­nöse Ernäh­rung ange­ord­net, da die Öffnung des Mun­des dazu füh­ren kann, dass der Abszess auf­platzt und sich ins Gewebe ent­leert. Am unkom­pli­zier­tes­ten las­sen sich Abszesse an den Armen oder den Bei­nen behan­deln, die Wunde heilt in der Regel schnell nach der Eröff­nung und es ist nur sel­ten die zusätz­li­che Gabe von Anti­bio­tika erforderlich.

Der Abszess gehört zu den anste­cken­den Krankheiten.

Ein bak­te­ri­el­ler Abszess ist hoch­gra­dig anste­ckend, zum einen auf den Pati­en­ten selbst, wenn der Eiter mit ande­ren Kör­per­stel­len in Kon­takt kommt, zum ande­ren aber auch für fremde Per­so­nen, wenn diese mit dem Eiter in Kon­takt kom­men. Um eine sol­che Infek­tion zu ver­mei­den, ist bei dem Kon­takt mit der Wund­stelle äußerste Hygiene erfor­der­lich. Nach der Eröff­nung des Abszes­ses muss die Wund­höhle regel­mä­ßig mit kla­rem Was­ser aus­ge­spült und mit Des­in­fek­ti­ons­lö­sung behan­delt wer­den. Ein regel­mä­ßi­ger Ver­bands­wech­sel ist zusätz­lich erfor­der­lich, um die erneute Infek­ti­ons­ge­fahr so gering wie mög­lich zu hal­ten. Wenn der Kon­takt mit dem Eiter ver­mie­den wird und nach mög­li­chem Kon­takt mit der Wunde auf die Hygiene geach­tet wird, ist das Risiko einer wei­te­ren Infek­tion äußerst gering und es beste­hen gute Chan­cen, dass der Abszess ohne Fol­gen abheilt.

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